Fahrt zur Stiftskirche St. Michael in Pforzheim und Besichtigung des Reuchlinmuseums
Am 1. Oktober fand bei strahlendem Sonnenschein unsere Fahrt nach Pforzheim statt. Eine Vollsperrung der Autobahn und Staus auf den Landstraßen führten dazu, dass wir die Busfahrt durch die schöne schon in Herbstfarben leuchtende Landschaft genießen konnten, doch wir kamen etwas zu spät an. Leider konnte Herr Langensteiner die Begleitung nicht übernehmen, dafür warteten schon Herr Wahner und das Ehepaar Zeus auf uns.
Im Inneren der Kirche konnten wir gleich die farbenprächtigen Fenster von Professor Klaus Arnold und Charles Crodel bewundern, deren Wirkung durch die strahlende Sonne noch verstärkt wurden. Herr Wahner berichtete von den Besonderheiten der Ausstattung mit einer Menora zu Erinnerung an verschleppte und ermordete jüdische Mitbürger unter der NS-Herrschaft. Desweiteren hat auch eine Marienstatue ihren Weg in die Schlosskirche gefunden.
Im Stiftschor gab es verschiedene Epitaphe zu sehen, besonders hervorzuheben ist das des Markgrafen Ernst von Baden (+ 1553) und seiner Gemahlin Ursula von Rosenfeld. Schöpfer ist vermutlich Christoph von Urach, das Werk gehört zu den bedeutendsten Denkmälern der Renaissance in der Markgrafschaft.
Da an diesem Tag die sonst geschlossene Kirche geöffnet war war es auch möglich, die Gruft zu besichtigen, in der ab 1535 die Mitglieder des evangelischen Zweiges des Hauses Baden beigesetzt wurden. Die letzte Beisetzung erfolgte 1860 als Stephanie de Beauharnais, Adoptivtochter Napoleons und Witwe des Erbprinzen Karl von Baden, hier ihre letzte Ruhestätte fand.
Nun ging es weiter in den vom Hamburger Architekten Bernhard Hirche entworfenen Anbau des neuen Museums Johannes Reuchlin an der Südseite. Dieser Neubau stellt die ursprüngliche Kubatur des Reuchlin-Kollegs in der ehemaligen Sakristei der Kirche wieder her. Auf vier Stockwerken gab es viel über den großen Sohn der Stadt zu sehen, lesen und zu erfahren. Als besonderen Höhepunkt erzählte uns Frau Zeus, Autorin des Buches ‚Johannes Reuchlin – Humanist mit Durchblick‘ zu ihren Forschungen zu Reuchlin und Johannes Heynlin.
Die Zeit ging schnell vorbei und von der Räumlichkeit her ist das Museum auch nicht unbedingt für einen langen Vortrag geeignet. Daher freuen wir uns sehr, dass Frau Zeus sich bereit erklärt hat, am 2. Februar eine Lesung für uns zu halten.
Ausstellungsbesuch »Salier – Macht im Wandel« am 29.4.2011
Am Dienstag, den 24. Mai veranstaltete die Museumsgesellschaft Ettlingen eine Tagesfahrt zur großen Salier-Ausstellung im Historischen Museum Speyer. Nach dem Einführungsvortrag von Stadthistoriker Wolfgang Lorch am 29.4. wurde der Andrang so groß, dass eine zweite Führung gebucht und eine größerer Bus bestellt werden mussten. Die einstündige Fahrt verging schnell, denn Herr Lorch, der die Fahrt leitete, führte sachkundig in das Thema der Ausstellung 'Salier – Macht im Wandel' ein. Er berichtete nicht nur über die machtpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Kaisertum und Papsttum, sondern zeigte die Herrscher Kaiser Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V., die alle im Kaiserdom in Speyer begraben liegen, auch von ihrer menschlichen, gar nicht so herrschaftlichen Seite. Beim Bezug auf die Skandale unserer Zeit (Strauss-Kahn, Kachelmann) gab es manchen Lacher, doch es wurde augenfällig, wie sehr ein profundes Geschichtswissen und -verständnis den Bogen über die Jahrhunderte spannt. Der Gedanke der Unantastbarkeit hat früher wie heute manchen Herrscher zu Fall gebracht. So auch bei den Saliern. Während unter Heinrich III. noch der Kaiser über den Papst dominierte kehrte sich das Verhältnis mit dem Canossa-Gang von Kaiser Heinrich IV. um.
Im Anschluss an die Führung durch die Ausstellung besuchte die Gruppe noch den Dom mit der Krypta und den Kaisergräbern. Ein Spaziergang durch das schöne Speyer bei strahlendem Sonnenschein und eine Tasse Kaffee in interessanter Gesellschaft machten den Ausflug perfekt.
Die nächste Tagesfahrt der Museumsgesellschaft führt in das Alamannenmuseum nach Ellwangen und findet am 9. Juli 2011 statt.

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